Andacht

Monatsspruch vom April:
Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. Joh 20,18 (E)

Über die Frauen am Grabe Jesu wird in der Bibel verschieden berichtet. Hier geht Maria von Magdala beherzt zu den Jüngern und sagt ihnen, was sie gesehen hat. Dazu hat zur Zeit Jesu wirklich Mut gehört: Erstens war es schon ein starkes Stück, als Frau in eine Männerrunde zu gehen. Zweitens galten Frauen damals nicht als zuverlässige Zeuginnen. Und drittens war das, was Maria von Magdala zu berichten hatte, schier unglaublich. Nicht umsonst wird bei Markus über die Frauen am Grabe gesagt: „Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.“
Aber wie gut ist es, dass diese Hoffnungsbotschaft tatsächlich den Weg zu uns gefunden hat. Gerade in der jetzigen Zeit werden wir ja durch Corona und den Krieg in der Ukraine in Angst und Schrecken versetzt und ahnen,dass Leid und Tod uns auch einmal ganz bald und schnell ereilen könnten. Das können wir im Moment beim besten Willen nicht verdrängen. Da tut es besonders gut, zu erfahren, dass Gott sich als Herr über den Tod erwiesen hat. Er hat Jesus Christus, der unschuldig am Kreuz gestorben ist, auferweckt, und er hat uns versprochen, dass auch für uns mit dem Tod nicht alles aus ist, sondern dass danach Auferstehung und neues, ewiges, gutes Leben kommt. Eine Hoffnung, die bleibt, selbst wenn uns in dieser Welt alle Felle davon schwimmen. Ein Trost: Gott ist mächtiger, selbst mächtiger als der Tod. Dann ist er sicher erst recht mächtiger als ein kleines Virus, das uns in Atem hält oder als ein aggressiver Politiker.
Eigentlich eine schöne Botschaft. Aber wie gehen wir damit um? Machen wir es wie in der Markusversion? Haben wir Hemmungen, die Botschaft weiterzugeben, Angst, dass uns nicht geglaubt wird, weil die Botschaft so sehr dem Augenschein widerspricht? Oder nehmen wir unseren Mut zusammen und versuchen, die Botschaft von  Jesus Christus zu verbreiten, auch wenn wir nicht wissen, ob uns geglaubt wird?  Einfach ist dieser Weg, die Hoffnung auf Jesus weiterzugeben, nicht immer. Da kann uns wirklich Unglaube oder Kritik entgegen kommen. Aber wo Hoffnung geteilt wird, da wird sie nicht weniger, sondern mehr. Da wird nicht nur geredet, sondern auch etwas getan. Da entstehen Dinge wie Gemeinschaft, Solidarität, Hilfsbereitschaft und Anteilnahme. Das wiederum stärkt die Hoffnung auf Jesus Christus. So schenke uns Gott seinen heiligen Geist, damit wir die Hoffnung auf das Leben, das uns Jesus durch seine Auferstehung schenkt, für uns annehmen, dass sie uns Kraft gibt und dass wir sie weitergeben, so dass Hoffnung und Leben auch in diesen schweren Zeiten wachsen und gedeihen.

Ihre Pfarrerin

A. Weisensee