Andacht

Monatsspruch für Dezember 2019:

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.  
Jes. 50,10

Haben Sie Sich schon einmal gefragt, warum man Sponnentage „freundliches Wetter“ nennt und die ebenso wichtigen Regen-tage als „unfreundliches Wetter“ bezeichnet? Die Antwort steckt im Licht. Die menschliche Seele braucht Licht. Nicht umsonst ist die kalte und dunkle Jahreszeit auch die Zeit der Lichterketten, der Kerzen oder der gemütlichen Kaminfeuer.
Aber mit Licht im physikalischen Sinne ist es nicht getan. Unsere Seele braucht auch innere Lichtblicke. Es geht ihr gut,
wenn wir uns freuen oder lachen können, wenn wir nicht einsam sind, sondern uns geliebt und gebraucht wissen oder wenn wir spüren, dass wir etwas Gutes schaffen können. Es geht unserer Seele gut, wenn wir nicht von Schmerzen oder Existenzängsten geplagt werden.
Aber nicht immer bekommen wir das, was unserer Seele gut tut. Es gibt auch das: Winterdepressionen erleiden. Grässliche Moment im Alltag, wo uns bewusst wird, dass ein geliebter Mensch nicht mehr lebt. Krank sein und nicht können, wie wir wollen. Arbeitslos werden. Uns fragen: „Habe ich eigentlich noch etwas Schönes vom Leben zu erwarten?“  
Für solche Zeiten rät der Prophet: Vertraue auf Gott. Der Prophet redet dabei aus Erfahrung. Gerade, als er am meisten litt, weil die Menschen seine Worte nicht annahmen, sondern ihn quälten, half ihm die Gewissheit: Gott ist nahe, was auch geschieht. Das war in dieser Zeit sein Lichtblick, der ihm Mut und Trost gab.
Gott ist nahe, was auch geschieht: In Jesus Christus hat er uns gezeigt, dass das auch für uns gilt. Gott ist nahe in allen Lebenslagen, sogar wenn wir versagen und über das Leben auf der Erde hinaus. So will er unser Lichtblick sein. Ich wünsche uns, dass  sein Licht zu schlechten wie zu guten Zeiten in unser.
 
Ihre Pfarrerin

A. Weisensee