Andacht


Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
2.Kor 3,17

Über Freiheit wird derzeit viel diskutiert. Im Geiste Jesu haben wir als Christen Freiheit als Geschenk von Gott bekommen. Das ist allerdings keine Freiheit, immer zu tun, was wir möchten. Sondern eine Freiheit, die im engen Zusammenhang mit Gott steht und sich an ihn gebunden sieht.
Gerade in Coronazeiten ist diese Unterscheidung wichtig. Freiheit bedeutet nicht, ohne Rücksicht auf Verluste zu tun, was wir wollen und was uns gerade in den Sinn kommt. Freiheit bedeutet, uns frei zu machen von dem, was aus menschlicher Sicht unbedingt sein muss. Freiheit heißt, uns an Gottes Gebote zu halten und zu entdecken, wie viele schöne Möglichkeiten uns in diesem Rahmen gegeben sind. Vielleicht konnten wir schon manche Entdeckungen dieser Art machen. Vielleicht: Es geht auch ohne Fernreise, auch den Spaziergang in Dorfnähe kann man genießen. Oder: wenn wir gerade unsere Chöre nicht abhalten dürfen, machen wir eben ab und zu ein Video. Oder: Wenn man wenige Leute trifft, wird ein Plausch über 1,5 m Entfernung zum kleinen Fest. Oder: Es tut gut, wenn man mal weniger unterwegs ist. Oder: Man kann uns zwar in unseren gemeindlichen Aktivitäten einschränken, aber nicht den Glauben nehmen. Oder: In all der Coronamisere haben sich auch erfreuliche neue Wege von Rücksichtnahme und Nächstenliebe aufgetan. Solche Entdeckungen zeigen: Wir können frei sein davon, dass alles so wie immer ist, aber doch Gottes Güte und Nähe in vielem entdecken. So schenke uns Gott einen Geist der Freiheit, der uns zeigt, wo Lockerung und wo Einschränkung gut ist, und der uns in allem Gottes Güte spüren lässt.  Amen.

Ihre Pfarrerin
A. Weisensee