Andacht
Manchmal, wenn ich faul auf dem Sofa sitze und gerne einen Tee hätte, denke ich mir: „Wie schön wäre es, jetzt einen Diener zum Teekochen zu haben.“ Kennen Sie das auch? Manchmal wäre es angenehm, einen Diener zu haben, der alle Wünsche erfüllt.
Aber dann fällt mir ein bekanntes Märchen ein. Ein Fee gewährt einem Ehepaar drei Wünschet. Sie denken lange nach, aber beim Essen sagt die Frau unbedacht: „Wenn wir doch nur eine schöne Wurst zu unseren Kartoffeln hätten.“ Bums, da liegt sie. Der Mann aber, wütend, dass der Wunsch vertan ist, sagt: „Wäre dir doch die Wurst an der Nase angewachsen!“ Bums, da hängt sie. Und nun hat das Paar nur noch eine Möglichkeit: den dritten Wunsch. Das Märchen zeigt: So einfach ist es gar nicht, immer das Richtige zu wünschen. So wäre wohl auch ein Diener, der alle unsere Wünsche erfüllt, gefährlich.
Aber einen Diner haben wir, auf den wir uns ganz getrost verlassen können. Von ihm heißt es: Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. (Mk. 10,45; Monatsspruch für März 2012) Jesus ist ein Diener, der uns nicht unbedingt immer gibt, was wir gerade wollen. Aber er gibt sein Leben für uns und damit das Bessere, das, was wir wirklich brauchen. Dank Jesus bedeutet Leben nicht: Ich muss verzweifeln, wenn ich Fehler mache oder meine Ziele nicht erreiche. Sondern: Ich suche den besten Lebensweg. Wenn ich mich verirre, darf ich zu Gott umkehren und vertrauen: Wie auch immer mein Leben verläuft, dank Jesus wird es an ein gutes Ziel kommen und alles in allem ein gutes Leben sein. Dieser Dienst ist wohl der Beste, den wir bekommen könnten, und ich wünsche uns, dass wir uns daran freuen und ihn dankbar annehmen können.
Ihre Pfarrerin
Almut Weisensee
